Ausrüstungsplaudereien: Kleine Dinge machen den Unterschied!

Meine Tour neulich ist auch ein Anlaß, einmal über die kleinen Dinge zu plaudern, die einer Tour so den letzten Schliff geben. Minimalismus heißt ja nicht Verwahrlosung oder Verzicht!

In diesem Sinne sind die kleinen Dinge das, was die Saches so richtig „rund“ macht und auch Eure Aufmerksamkeit erfordert.

Körperpflege – Basisausstattung

Meine Basisausrüstung passt in eine kleine Tüte und ist dennoch ausreichend für eine Ganzkörperwäsche nebst gepflegten Zähnen. Es gibt für mich nichts besseres, als nach einem harten Tag auf dem Rad oder auf Schusters Rappen den Schweiß abzuwaschen und erfrischt in den Deckenschlafsack zu kriechen!

Wer so wie ich sich gerne mal einen Wolf läuft oder radelt (da reiben die Pobacken aneinander), der wird ein Mindestmaß an Hygiene sehr zu schätzen wissen. Wie ich gerne und oft betone, mache ich kein Survivel, sondern will einen gute Zeit da draußen haben.

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minimale Körperpflege

Deshalb ist auch  bei kühlem Wetter und nur einer Nacht draußen das obige Tütchen dabei. Drin ist folgendes:

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Das Badezimmer entpackt

  • Zahnbürste (nicht abgesägt!!!)
  • Probepackung Zanhcreme
  • kleiner Kamm
  • Probepackung Seife (Hotelgröße)
  • 10 Blatt Klopapier (Menge für einen Overnighter)
  • selbst genähter Waschlappen aus einem Kunstfaserhandtuch
  • kleines Kunstfaser-Handtuch (30×40 cm, 26 g; eigentlich ein Poliertuch … 😎 )
  • nicht im Bild: Leathermann Micra (mit Werkzeugen zur Nagelpflege)

Das Setup ist knapp unter 100 g und wird bedarfsgerecht durch Sonnencreme, Baby-Wundcreme für die Poritze, Mückenschutz und dergleichen ergänzt. Dazu nutze ich natürlich auch Probepackungen (hier hat sich DM bewährt) oder der Inhalt wird in „Mini Dropper Bottles“ umgefüllt, die beim TLD oder  bekannten großen Internetversendern erhältlich sind.

Im Weltnetz werdet ihr noch radikalere Vorschläge zur Gewichtsreduktion finden, etwa den Buff als Handtuch zu nutzen; ein Waschlappen wird erst gar nicht in Erwägung gezogen. Aus folgenden Gründen beharre ich auf den beiden genannten Gegenständen:

  • Der Buff kommt bei mir des nächtens über den Deckenschlafsackbeutel drüber und dient mir so als Kissenbezug. Als Seitenschläfer ist ein prall gestopftes Kissen ein Muß und so schlafe ich kuschelweich und komfortabel. Insofern kommt der Einsatz als Handtuch nicht in Frage – das ist höchstens eine Surviveltechnik. Hatte ich schon erwähnt, dass ich kein Survivel mache, sondern eine gute Zeit … äh, hatten wir glaube ich schon 😀
  • Der Waschlappen hat mir nicht nur bei meiner Bikepacking-Tour in der Gluthitze des Sommers 2015 buchstäblich den Arsch gerettet, sondern erlaubt es mir auch mit ca. 100 ml Wasser im wasserlosen Camp den Schweiß und Staub vom ganzen Körper abzuwaschen. Bei der Tour in der brütenden Hitze hatte ich den stets feuchten Waschlappen in einer simplen Schnittentüte in der Beintasche und habe mir damit im Minutentakt den Schweiß aus dem Gesicht gewischt. Ohne hätte ich die Tour nicht weiter fortsetzten können!

Noch nicht in freier Wildbahn habe ich das Handtuch „Nabiji“ in Größe S von Decathlon testen können – zumindest die gewogenen 40 g verteilt auf 42×55 cm sprechen schon mal für einen festen Platz in meinem Waschzeug vor allem bei wärmeren Temperaturen.

Die Küche im Detail

Mein Kochsetup habe ich ja schon vorgestellt – die 600 ml Snowpeak Titan Topftasse befeuert von einem Dosenkocher – aber hier machen auch die Kleinigkeiten die Sache erst komplett.

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Topftasse – das steckt drin

Da hätten wir ein Big Midi Feuerzeug (das zweitkleinste), Streichhölzer klassisch und Sturmstreichhölzer nebst Reibefläche, einen Reservelöffel und einen Holzstick zum Kaffee umrühren. Daneben ein Aufwaschlappen (der ist inzwischen etwas größer geworden) und die Hitzeschutz-Unterlage aus einem Asiettenessen-Deckel.

Das Anzünden des Brenners (nicht im Bild) sollte immer mit zwei Methoden möglich sein, so verweigerte das Feuerzeug im Winter den Dienst und nur dank der Streichhölzer konnte ich mir ein warmes Essen zubereiten.

Dies und Das im Krambeutel

Für diverses Zubehör habe ich einen separaten Beutel mir, der all die ganzen kleinen Helferlein zusammenfasst, die für mich einfach dazu gehören:

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nützliche Helferlein

Da hätten wir

  • eine 1 l Ziploctüte mit 3 einfachen Schnittentüten drin
  • Duct-Tape auf Strohhalm aufgewickelt (könnte so ein halber Meter sein, Tesa)
  • Textile Glue für die Exped Luftmatte (Lochreparatur)
  • diverse Selbstklebe-Reparaturflicken (Exped; weitere aus dem Bestand, etwa für die Windjacke)
  • einfachstes Werbe-Nähzeug, durch starken Faden ergänzt
  • 2 Knopfzellen CR 2032 für die Stirnlampe
  • kleiner Tütenclip
  • StirnlampeLiteXpress Liberty 105, 33 g mit Batterien
  • 5 m Schnur (aus einer alten Jalousie, dient als Wäscheleine)
  • Brennstoff, hier: 100 ml Spiritus
  • Papiertaschentücher (eins hier als Platzhalter)

Zusammen mit dem Inhalt der Hüfttasche (u.a. Messer – Grasshopper von Böker mit eigener Scheide – , dem erwähnten Leatherman Micra, Stift und Zettel) fühle ich mich für die Wechselfälle des Naturlebens ausreichend gerüstet. Zumal beim Bikepacking-Touren das Fahrrad-Werkzeug auch noch Kabelbinder und weiteres Tape um die Luftpumpe gewickelt beinhaltet.

Nicht zu vergessen ist ein 1.-Hilfe-Pack, den ich mir individuell zusammengestellt habe. Mit ca. 50 g Gewicht ist der auch im Alltag immer dabei und bietet mit diversen Wundpflasterformaten, größeren Wundverbänden für Schürfwunden, 2 Nitrilhandschuhen, einem Wundschnellverband, einem Alkoholtüchlein und Kompressen mitsamt einfachstem, papierartigem Klebeband eine ausreichende Erstversorgung.

Einatz und Erfahrungen

Regelmäßig nutze ich natürlich die Stirnlampe und die 5-m-Schnur zum Wäsche aufhängen. Tüten finden auch immer ihre Verwendung; Taschentücher sind gerade im Winter auch ständig im Einsatz, da meinen allergiegeplagte Schnupfennnase empfindlich auf Kältereize reagiert.

Duct-Tape, Textile Glue, Nähzeug und die Ersatzbatterien habe ich bisher nicht genutzt, aber werde sie dennoch im Krambeutel belassen.

Isgesamt können bei mir die ganzen kleinen Dinge, wenn die Ausrüstung an sich erstmal steht, doch im Einzelfall das Zünglein an der Waage zwischen Komfort und Kotzgrenze darstellen – um es einmal so drastisch auszudrücken.

In diesem Sinne :

Ahoj – Euer quittenbrot

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