Anboofen & Ausrüstungstest

Mein Winter-Overnighter fand diesmal im zeitigen Frühjahr statt 😀 In der Zwischenzeit hatte sich einiges an neuer Ausrüstung angesammelt, welche nun erstmalig ernsthaft zum Einsatz kam. Außerdem hatte ich einige Aussichtsfelsen auf der Liste, welche etwas abgelegen und teils versteckt in der linkselbischen Sächsischen Schweiz zu finden sind. Ja, und was ist dieses „Boofen“ eigentlich?

Zunächste einige Worte zu meinem speziellen Ausrüstungssetup:

Ein Bikepacking-Rucksack per Pedes

Der Rucksack entstand im Ergebnis der Überlegungen meiner letzten Bikepacking Sommertour, wo sich gezeigt hatte, dass die preiswerten Materialien meines derzeit genutzten grünen Bikepacks nicht wasserabweisend genug waren. Also grübelte ich seitdem, wie ein besserer Bikepacking-Rucksack beschaffen sein könnte. Stoffe hatte ich schon im Herbst geordert, aber das Design war noch nicht zu Ende gedacht.

Dann fiel mir in der Wühlkiste meines sich zum Allround-Anbieters entwickelnden Fahrraddealers ein Kunstfaserschlafsack in die Hände, den ich flugs zum Quilt umschmiedete und als Winterschlafsack deklarierte. Leider erwies sich die preiswerte Kunstfaserfüllung als wenig kompressibel, aber als Testobjekt für einen finalen Quilt aus teueren Materialen muss ich das erstmal so hinnehmen.

So kamen zwei Sachen zusammen: zum ersten sollte es ein Bikepack mit erhöhtem Volumen für verbesserte Wintertauglichkeit werden, zum zweiten wollte ich das Design konsequent auf die Anforderungen des Bikepackings entwickeln. Sowiel an der Stelle zur getesteten Ausrüstung; aus diversen Gründen wurde dann der erste Testlauf wirklich ein solcher und nun soll es um die Tour selber gehen.

Stiegen und  Treppen am laufenden Meter

Meine Tour hatte grob den Verlauf von Königstein via Bernhardstein zum Katzstein, dort wollte ich übernachten und anderntags via Gohrisch und Kleinhennersdorfer Stein zur S-Bahn nach Bad Schandau gelangen. Dabei sollte eine nicht geringe Menge an Stiegen und Treppen meinen Weg säumen, schließlich wollen die Knie auch was davon haben.

Stiegen und Steige:

Ein vorzügliches Merkmal der Sächsichen Schweiz sind die zahllosen Stiegen, Steige und sogar Kletterstiegen. Ganze Buchreihen widmen sich dem Thema. Konsequenterweise sollte man Touren nicht in der Zahl der Kilometer, sondern der der Treppen- und Leiterstufen beschreiben o_O

Aussichten

Am ersten Tag war sehr trübes Wetter, welches sich am zweiten Tag zusehends besserte. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich teilweise binnen weniger Gehminuten die Panoramen und Ausblicke ändern.  Das Titelbild des Beitrages zeigt übrigens die Aussicht „Signal“ unweit des Katzsteins, bei passendem Wetter sicher ein unglaubliches Panorama 🙄

Die Boofe(n) und was sonst so am Wegesrand zu finden war

Mit Boofen bezeichnet der Sachse das Übernachten unter Felsüberhängen, was für die Einheimischen im Einzugsgebiet des Elbsandsteingebirges fast schon ein nationales Kulturgut darstellt. Wer etwas komfortabler, aber dennoch zünftig übernachten will, findet inzwischen 3 Trekkinghütten in den weitläufigen Wäldern der linkselbischen Sächsischen Schweiz.

Höhlen und Felskammern

Unzählige Höhlen und Felskammern finden sich im Elbstandsteingebirge. Ob durch Verwitterung, eingestürzte Felsblöcke oder tektonisch bedingt, das Spektrum reicht von der einfachen kindertauglichen „Laufhöhle“ bis hin zu klettertechnisch anspruchsvollen komplexen Höhlensystemen. Diverse Höhlenführer erschließen dieses spannende Feld des Gebirges. Eigens für diesen Zweck hatte ich meinen sonst am MTB genutzten, bis zu 1000 Lumen starken „Chinaböller“ mit 💡

Fazit

Fazit zur Tour:

Auch abseits der überlaufenden Aussichten und Steigen kann man kraxeln, bis die Knie weich werden! Der eine oder andere Kilometer auf Forststraßen kommt dann gar nicht so ungelegen und eigentlich sind die abgelegenen „Steine“ gar nicht so weit weg von den üblichen Zuganspunkten via S-Bahn!

Fazit Ausrüstung:

Der Rucksack ist ein Spezialfall. Einerseits ist er so mit Features vollgepackt, dass er nur noch mit Mühe als Light Ausrüstung zu bezeichnen ist. Nachteilig wirkt aus, dass er schwierig zu packen ist, wenn er sich noch, wie beabsichtigt, zur Erzielung eines wackelfreien Sitzes den Körperkonturen förmlich anschmiegen soll. Dann hat sich auch noch ein technologisch bedingter Nähfehler gezeigt, der wieder zu Hause eine aufwändige Reparatur nach sich zog. Aber an sich hat der Rucksack, wiewohl fürs Biken konzipiert, seine Tauglichkeit unter Beweis stellen können. Mehr dazu später in einem separaten Bericht.

Die Schlafdecke hat sich wacker geschlagen, trotz des billigen Materials. Sie ist so bemessen, dass ich mich bei einer maximalen Breite von ca. 145 cm als Seitenschläfer regelrecht darin einwickeln kann. Dicke Sachen passen dann immer noch darunter, so etwa für frostige Nächte eine zusätzliche Primaloft-Jacke. Da scheine ich mein Design gefunden zu haben: mit großzügiger Fußbox, konturiertem Schnitt, welcher die Schultern sauber umschließt – aber ansonsten ohne Schnallen und Schnüre.

P1090336

Dosenkerzen aus Wachsrestern und leeren Aufstrichdosen

Meine selbstgebastelten Lichter haben gute Dienste geleistet: die Variante mit dem zusammengerollten Wellpappstreifen und Docht aus Küchenkrepp (welches dann mit Wachsrestern getränkt wird) bollerte einen reichliche Stunde ein fackelartiges Licht raus. Die eher klassische Kerze spendete dafür Stunden milden Scheines und brennt sicher am Stück einen ganzen Tag lang! Ideal also für lange Boofennächte in der kalten Jahreszeit.

Ahoj sagt Euer quittenbrot!

Advertisements

Ein Gedanke zu „Anboofen & Ausrüstungstest

  1. Pingback: Der Goldstandard beim Bikepacking? | quittenbrot

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s